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DIALOG der PERSPEKTIVEN
Duo (UN)ERHÖRT WEIBLICH & LYATOSHYNSKY Trio

Dienstag, 28. Juli, 19:30 Uhr

Kölbl-Saal, Narzissendorf Grundlsee

Programm

Ludwig van Beethoven (1770 - 1827)
Klaviertrio Op. 1, Nr. 3

I. Allegro con brio
II. Andante cantabile con variazioni
III. Menuetto, quasi allegro
IV. Finale: prestissimo


Borys Lyatoshynsky (1895 - 1968)
Klaviertrio Op. 41, Nr. 2

I. Introduction. Maestoso
II. In Character Ballad. Andante sostenuto
III. Intermezzo. Allegretto pastorale, quasi allegro
IV. Theme and Variations. Andante sostenuto


Pause

Fanny Hensel (1805 - 1847)
Der Schnee, der ist geschmolzen (Wilhelm Hensel)
Dämmrung senkte sich von oben (J. W. v. Goethe)
Verlust (Heinrich Heine)
Mignon (J. W. v. Goethe)
Die Mainacht (Ludwig Hölty)
Warum sind denn die Rosen so blass (Heinrich Heine)


Nadia Boulanger (1887 - 1979)
La Mer (Paul Verlaine)
J'ai frappé (Jean Francois Bourguignon)
Soleils couchants (Paul Verlaine)
Chanson (Georges Delaquys)
La Sirène (Livret d'Eugène Adenis & Gustave Desveaux-Vérité)


Emilie Mayer (1812 - 1883)
Du bist wie eine Blume (Heinrich Heine)
O lass mich dein gedenken (Hermann Kletke)
Wenn er Abendstern die Rosen (Helmina von Chézy)
Der Erlkönig (J. W. v. Goethe)


Florence Price (1887 - 1953)
Night (Louise C. Wallace)
Forever (Paul Laurence Dunbar)
Fantasy in Purple (Langston Hughes)
Sympathy (Paul Laurence Dunbar)
Hold Fast to Dreams (Langston Hughes)


​

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LYATOSHYNSKY TRIO
Mykhaylo Zakharov | Violine
Susanne Szambelan | Cello
Artem Yasynskyy | Klavier

(UN)ERHÖHRT WEIBLICH
Lana Hartmann | Sopran
Alexander Baier | Klavier


Dialog der Perspektiven

Dieses Konzert stellt das Hören selbst zur Diskussion. Unterschiedliche Stimmen, unterschiedliche Traditionen und unterschiedliche historische Kontexte treten in einen vielschichtigen Dialog – zwischen Kammermusik und Lied, zwischen etabliertem Kanon und lange überhörten Perspektiven.

Im Zentrum des instrumentalen Teils steht das Klaviertrio op. 1 Nr. 3 von Ludwig van Beethoven – ein Werk aus seiner frühen Wiener Zeit, das bereits die Grenzen der klassischen Form auslotet. Beethoven erweitert hier die Gattung des Klaviertrios zu einem gleichberechtigten Gespräch zwischen den Instrumenten: nicht Begleitung und Melodie, sondern Argument und Gegenargument, Spannung und Zuspitzung. Diesem Werk wird das zweite Klaviertrio von Borys Lyatoshynsky gegenübergestellt. In einer vom 20. Jahrhundert geprägten Tonsprache verbindet Lyatoshynsky expressive Dichte mit struktureller Klarheit. Sein Trio wirkt wie ein Spiegel Beethovens aus einer anderen Zeit: auch hier ein intensiver Dialog, jedoch unter veränderten historischen Vorzeichen – geprägt von Brüchen, Verdichtungen und einer existenziell aufgeladenen Klangsprache.

Einen weiteren Horizont eröffnet der Liedteil des Abends. Die Werke von Fanny Hensel und Emilie Mayer stehen exemplarisch für eine romantische Liedkultur, die lange im Schatten ihrer männlichen Zeitgenossen stand. In ihren Vertonungen entfaltet sich eine hoch differenzierte Verbindung von Text und Musik – von Naturbildern über existenzielle Verlusterfahrungen bis hin zu dramatischen Balladen wie dem „Erlkönig“. Mit Nadia Boulanger verschiebt sich der Klangraum ins frühe 20. Jahrhundert: Ihre Lieder zeichnen sich durch eine feine, oft impressionistisch gefärbte Tonsprache aus, in der Klangfarbe und Textgestaltung in subtiler Balance stehen. Die Werke von Florence Price schließlich erweitern die Perspektive über Europa hinaus. In ihren Liedern verbindet sie spätromantische Ausdrucksformen mit afroamerikanischen musikalischen Traditionen und einer unverwechselbaren melodischen Handschrift. Themen wie Nacht, Erinnerung und Hoffnung erhalten hier eine eigene, unverkennbare Klangsprache.

​So entsteht ein Programm, das nicht nur unterschiedliche Werke präsentiert, sondern bewusst Perspektiven verschränkt: zwischen Epochen, kulturellen Hintergründen und ästhetischen Ansätzen. Der Dialog findet dabei auf mehreren Ebenen statt – zwischen Stimme und Instrument, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Bekanntem und neu zu Entdeckendem. Ein Konzert als Einladung, Musik aus verschiedenen Blickwinkeln zu hören – und ihre Verbindungen neu zu entdecken. Drei Werke, drei Ausdrucksformen – und doch ein gemeinsamer Ursprung: die Idee, dass Musik Sprache ist.

Tickets

(UN)ERHÖRT WEIBLICH

Seit Jahrzehnten verändert sich die Konzertlandschaft kaum – konservativ bestehen die meisten Programme häufig nur aus männlichen Komponisten. Hier gibt es viel Nachholbedarf. Schon im Musikstudium und -unterricht wird das Schaffen von Komponistinnen kaum behandelt. Der Forschungszweig besteht erst seit rund 50 Jahren. Es gibt noch viele verborgene musikalische Schätze zu entdecken. Hier wollen wir eingreifen und mit unserem Programm ein Zeichen setzen. Unser Liederabend stellt das Leben und Schaffen von vier Komponistinnen in den Mittelpunkt. Das Programm dauert etwa 75 Minuten inklusive Pause und Moderation. Wir bieten dem Publikum Musik auf höchstem Niveau und zeigen die Bedeutung von vier starken Frauen in der Musikgeschichte auf.

Lana Hartmann - Sopran

Bild© Alexandra Kononchenko
Lana Hartmann ist seit der Spielzeit 2023/24 am Brandenburger Theater zu erleben, unter anderem als Erste Dame/Erster Knabe in Mozarts „Zauberflöte“, als Aufseherin in Strauss’ „Elektra“, als Annina in Verdis „La Traviata“ sowie als Ida in der „Fledermaus“. Zudem übernimmt sie unter der Leitung von Gerd Winzer erneut die Rolle der Gretel, mit der sie 2022 im Irmelin Sloman Musiktheater debütierte. Seit 2021 ist sie Ensemblemitglied der Opernretter, einer Tournee-Oper, die Kinderopern an Grundschulen im deutschsprachigen Raum bringt. In diesem Rahmen leitet sie regelmäßig gemeinsam mit einem Team Projektwochen. Lana Hartmann wirkte in mehreren Produktionen am Theater Vorpommern sowie am Pfalztheater Kaiserslautern mit. Darüber hinaus arbeitete sie als Solistin mit der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin zusammen, unter anderem als Musetta in Puccinis „La Bohème“. Auch in der freien Szene ist sie präsent: von der Opernale („Stammtisch einmal anders“) über operationderkuenste (Marcellina in Mozarts „Le nozze di Figaro“) bis hin zur digitalen Produktion „Mindfuck.Coronopera“. Das von Musikern des Nationaltheaters Mannheim gegründete Kammermusikensemble Salonissimo engagierte sie als Solistin für seine Operettengala 2022.

Im Liedfach setzt sich Lana Hartmann gemeinsam mit ihrer Duopartnerin Rin Watanabe besonders für die Musik von Komponistinnen ein. 2023 wurde das Duo im Rahmen des Heidelberger Frühlings für einen Meisterkurs bei Anna Lucia Richter und Ammiel Bushakevitz ausgewählt. Ihre Ausbildung erhielt sie bei Penka Christova an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Eine ihrer Traumrollen, Susanna in Mozarts „Le nozze di Figaro“, konnte sie bereits dort im Rahmen einer Hochschulproduktion gestalten. Zudem wirkte sie an der Opernrevue „BACKSTAGE“ mit, in der sie sowohl tanzend, steppend als auch singend auftrat. Gefördert wurde sie durch Stipendien der Kreissparkasse sowie durch Live Music Now. Ergänzend nahm sie Privatunterricht und besuchte Meisterkurse bei Eva Zwedberg, Frederik Baldus, Bernd Valentin, Peter Sefcik, Karola Theill, Simone Kermes, Benjamin Bruns und Rudolf Piernay.

Alexander Baier - Klavier

Bild© A. Baier
Alexander Baier ist ein vielseitiger Künstler mit einem breiten musikalischen Spektrum. Er konzertierte unter anderem unter Simon Rattle und trat in bedeutenden Konzertsälen in Deutschland, Italien, England, Polen und Griechenland auf. Er debütierte beim Heidelberger Frühling und wirkte an Aufnahmen für den Saarländischen Rundfunk sowie für Deutsche Grammophon mit.
Seine künstlerische Tätigkeit umfasst neben dem Klavier auch Gitarre, Celesta, Cembalo und Orgel. Regelmäßig ist er in unterschiedlichen kammermusikalischen Besetzungen zu erleben. Neben seiner Konzerttätigkeit ist er als Pädagoge in den Fächern Klavier und Gitarre international aktiv und unterrichtet in mehreren Sprachen. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt im Kunstlied, wo er bereits mit namhaften Sängerinnen und Sängern zusammengearbeitet hat. Alexander Baier ist Pianist des international erfolgreichen Irida Trios, mit dem er 2022 seine Debüt-CD veröffentlichte, begleitet von einem Releasekonzert in der Elbphilharmonie Hamburg. Seine Ausbildung erhielt er bei Uwe Balser und setzte sein Studium an der Hochschule für Musik Saar fort, wo er den Masterstudiengang Klavier bei Thomas Duis sowie den Master Kammermusik bei Tatevik Mokatsian abschloss. Seit 2023 ist er Assistent von Tatevik Mokatsian. Derzeit studiert er beim Artemis Quartett an der Universität der Künste Berlin. Seine künstlerische Entwicklung wurde durch zahlreiche Wettbewerbserfolge begleitet. Er erhielt das Bayreuth-Stipendium des Richard-Wagner-Verbands Saarbrücken und war Stipendiat von Yehudi Menuhin Live Music Now e. V. Saarland. Meisterkurse führten ihn unter anderem zu Alan Fraser, Ulrich Eisenlohr, Gilead Mishory, Volkmar Lehmann, Konrad Elser und John Perry.

Lyatoshynsky Trio

Bild© Anita Wasek
Das Lyatoshynsky Trio wurde 2019 von drei herausragenden Solisten gegründet und zählt heute zu den führenden Klaviertrios der Ukraine. Mit einem feinen Gespür für Musik und einer tiefen Verbundenheit zu ihrem kulturellen Erbe widmet sich das Trio der Interpretation außergewöhnlicher Werke, insbesondere von ukrainischen Komponisten. Ihre Mission ist es, die facettenreiche Tradition der ukrainischen Kammermusik in Europa und auf der ganzen Welt zu verbreiten. Dynamik, Leidenschaft und Innovation prägen die Auftritte des Lyatoshynsky Trios. Mit einem breit gefächerten Repertoire erschließen sie immer wieder neue Klangwelten der zeitgenössischen Musik.

Sie bringen selten gehörte Schätze der Kammermusik auf die Bühne und erwecken sie mit ihrer virtuosen und gefühlvollen Interpretation zu neuem Leben. 2020 erschien das Debütalbum des Trios mit Kammermusik von Borys Lyatoshynsky. Die Aufnahme wurde auf internationalen Streaming-Plattformen veröffentlicht und unter anderem von BBC Radio 3 ausgestrahlt. Damit setzt das Trio ein starkes Zeichen für die ukrainische Musikkultur und etabliert sich zugleich als Botschafter dieser einzigartigen musikalischen Tradition.

Ein besonderes Highlight ihres künstlerischen Schaffens war das innovative Multimedia-Konzert „Reflections. Lines of Fate“, das sie 2021 in Kyjiw präsentierten. Dabei verbanden sie klassische Musik mit modernen Lichtinstallationen, 3D-Visualisierungen und biografischen Erzählungen, um eine neuartige, immersive Konzerterfahrung zu schaffen. Mit ihrer Verbindung von Tradition und Moderne sowie ihrem klaren Bekenntnis zur Förderung ukrainischer Musik begeistert das Lyatoshynsky Trio ein internationales Publikum. Ihre Auftritte sind nicht nur Konzerte, sondern eindringliche musikalische Erlebnisse, die Grenzen überschreiten und die Ausdruckskraft der Musik unmittelbar erfahrbar machen.

Mykhaylo Zakharov - Violine

Bild© A. Wasek
Mykhaylo Zakharov wurde in Charkiv, Ukraine, geboren und begann 2005 sein Violinstudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz bei Prof. Boris Kuschnir, bei dem er seinen Masterabschluss mit Auszeichnung erhielt.
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Als vielseitiger Kammermusiker trat er weltweit mit renommierten Künstlern wie Boris Kuschnir, Julian Rachlin, Nikolai Znaider, Alexey Igudesman, Jasminka Stancul, Gérard Caussé, Nobuko Imai, Franz Helmerson, Miklós Perényi und Orfeo Mandozzi auf. Als Solist spielte er mit dem Nationalen Symphonieorchester der Ukraine, dem Philharmonischen Orchester Charkiv, dem Dubrovnik Symphony Orchestra (Kroatien), der Camerata Helvetica St. Gallen (Schweiz), dem Philharmonischen Orchester Odesa (Ukraine), dem Kammerorchester Capella Bydgostiensis (Polen) und der Kyjiw Camerata.

Susanne Szambelan - Cello

Bild© A. Wasek
Die polnische Cellistin Susanne Szambelan wurde in New York geboren und wuchs in Poznan auf. Im Jahr 2014 zog Susanne nach Berlin, wo sie ihr Bachelor- und Masterstudium an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ bei Prof. Stephan Forck und Prof. Claudio Bohorquez abschloss. Ihre große Leidenschaft für die Kammermusik führte zur Zusammenarbeit mit Künstlerpersönlichkeiten wie Boris Brovtsyn, Daniel Hope, Noah Bendix-Balgley, dem Vogler Quartett und zu häufigen Auftritten mit der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker.

usanne trat bei Festivals wie dem Krzyżowa-Music Festival, dem Zermatt-Festival und dem Encuentro de Santander Festival auf. 
In der Saison 2021- 2024 ist Susanne Stipendiatin der Villa Musica Rheinland-Pfalz, Deutsche Orchester Stiftung #MusikerZukunft, als auch Stipendiatin der Kurt-Sanderling-Akademie des Konzerthausorchesters Berlin. Sie hat zwei Solo Veröffentlichungen rausgebracht bei den Lebeln DUX und Prospero Classical. Ihre Solo- und Kammermusikauftritte wurden unter anderem auf ARTE Concert und Deutschlandfunk Kultur ausgestrahlt. Seit März 2023 spielt sie ein Violoncello von Jean Baptiste Vuillaume, eine Leihgabe des Musikinstrumentenfonds der Villa Musica.

Artem Yasynskyy - Klavier

Bild© A. Wasek
Artem Yasynskyy wurde in Donezk, Ukraine, geboren und gab bereits im Alter von acht Jahren sein erstes Konzert. Er absolvierte sein Klavierstudium mit Auszeichnung am Staatlichen Prokofiev Musikcollege in Donezk und errang schon früh zahlreiche Wettbewerbserfolge. Seit 2010 lebt er in Bremen, wo er ein Aufbaustudium und einen Master an der Hochschule für Künste Bremen abgeschlossen hat. Seit 2015 unterrichtet er dort als Dozent für Klavier.

​Artem hat zahlreiche internationale Auszeichnungen erhalten, darunter den 2. Preis und fünf weitere Auszeichnungen beim Internationalen Klavierwettbewerb in Sydney im Sommer 2021. Zudem ist er Sieger des internationalen Klavierwettbewerbs in Cincinnati, Ohio (USA). Weitere bedeutende Erfolge erzielte er bei renommierten Wettbewerben wie dem Gina Bachauer Klavierwettbewerb (Salt Lake City), dem Internationalen Musikwettbewerb in Sendai (Japan), dem Gian Battista Viotti Wettbewerb (Vercelli, Italien) und dem Horowitz Wettbewerb in Kyjiw (Ukraine). Als Solist trat er mit Orchestern wie dem Utah Symphony Orchestra, dem Cincinnati Symphony Orchestra, dem Calgary Philharmonic Orchestra, dem Nationalorchester der Ukraine, dem Philharmonischen Orchester Charkiv, dem Nationalen Philharmonischen Orchester Kyjiw und dem Sendai Philharmonic Orchestra auf. 2016 gab er zudem ein vielbeachtetes Solorezital in der Carnegie Hall, New York.



Ticketinfo

Vier Preiskategorien von € 35,– bis € 55,–

Ermäßigung für Kinder und Jugendliche bis zum 20. Lebensjahr - pro Ticket €10 


Bild
Ein Angebot des ​Vereins der Musikfreunde Inneres Salzkammergut

Tickethotline  +43 (0) 676 34 67 863
​

​[email protected]

oder kontaktieren Sie den Tourismus Ausseerland unter

+43 3622 54040 0
[email protected]
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